Bericht: Blockade des Atomwaffenstützpunkts Büchel

Kein Platz für Kriegsmaschinen - Bild JunepA http://junepa.blogsport.eu/
Kein Platz für Kriegsmaschinen – Bild JunepA

Am Montag, 12. September, um 5.15 Uhr war es so weit, wir stellten uns die entscheidende Frage, stehen alle Blockaden, haben die Personen es aufs Gelände geschafft? Erst eine gefühlte Ewigkeit später erhielten wir die Infos, alle Blockaden standen größtenteils. Noch länger dauerte es, bis die Personen auf dem Gelände des Fliegerhorsts Büchel bemerkt wurden. Das war der Moment, in dem sich die Vorbereitung der letzten Tage, das frühe Aufstehen heute und die schlaflosen Nächte in den vergangenen Tagen auszahlten. Wir haben den Schichtwechsel gestört!

Das Ganze begann für mich am Samstag, einem Tag, an dem ich primär die Leute vor Ort kennenlernte und ankam. Viele waren schon am Tag vorher angereist, aber es kamen auch viele noch später. Ich musste vom ersten Moment an feststellen, dass eine Solidarität herrschte, die erstrebenswert ist. Jung und Alt haben sich gegenseitig geholfen, es wurde Rücksicht aufeinander genommen, niemand blieb außen vor; so muss eine solche Aktion vorbereitet werden! Am nächsten Tag begann die eigentliche Vorbereitung: Gruppen wurden gebildet, Pläne geschmiedet und am Schluss war, soweit ich es empfand, jeder mit seiner Rolle in der Aktion zufrieden.

Bei Atomwaffen nicht weggucken am Lutzerather Tor - Bild JunepA
Bei Atomwaffen nicht weggucken am Lutzerather Tor – Bild JunepA

Nachdem jeder seine Rolle und Gruppe hatte, begann die eigentliche Vorbereitung innerhalb der Gruppe. Es wurden Absprachen getroffen, die Pläne verfeinert und verbessert, aber es wurde auch über Erfahrungen abseits dieser Aktion gesprochen, und sich ausgetauscht. Man hat eine Menge interessanter Leute mit unterschiedlichsten Geschichten getroffen, die aber alle durch eine Sache geeint wurden: den Kampf gegen Atomwaffen und für den Frieden. Und so verlief das Camp auch reibungslos.

Dies war auch der Abend vor der Aktion, an dem noch bis in die Nacht hinein Leute, die zu aufgeregt waren zum Schlafen, die Abläufe nochmal durchgingen, sich vorbereiteten und einfach der Ablenkung halber quatschten. Mitten in der Nacht ging die Aktion los. Wir bekamen noch mit, wie die Polizeiwagen vor das Haupttor fuhren und waren über die große Menge verwundert. Diese wurde auch an allen anderen Tore aufgefahren, bei denen eine Blockade erwartet wurde, und erschwerte das Blockieren, verhinderte dieses aber nicht komplett. Dann ging die eigentliche Aktion los. Die Aktion wurde um 10.30 Uhr selbstbestimmt beendet und bis auf eine_n Aktivist_in, der_die sich in ein Betonfass gekettet hatte, waren alle relativ zeitnah wieder im Camp.

Begegnung auf der Startbahn - Bild JunepA
Begegnung auf der Startbahn – Bild JunepA

Im Camp wurde danach viel über die Aktion diskutiert, innerhalb der Gruppe nachbereitet, sich erholt und aber auch gefeiert: Wir hatten ein großes mediales Echo erreicht und selbst größere Nachrichten-Seiten berichteten über unsere Aktion. So ließen wir den Tag dann entspannt ausklingen, mit einer Banneraktion, bei der wir ein Banner an Luftballons schweben ließen. Anschließend wurden von einer kleineren Gruppe Luftballons in einiger Höhe in der Einflugschneise schwebend platziert.

Abschließend kann ich sagen, es waren schöne Tage vor Ort, ein Erlebnis, was ich nicht missen möchte. Den Tagen danach konnte ich mit dem guten Gefühl begegnen, etwas erreicht zu haben bzw. zumindest das Richtige getan zu haben, und ich würde es immer wieder tun. Und rufe deswegen jeden dazu auf: Leute, beteiligt euch an Aktionen, leistet Widerstand, sorgt dafür dass sich etwas ändert! Denn es ist eure Zukunft, die Zukunft eurer Kinder und deren Kinder, die ihr heute, hier und jetzt, verändern könnt!

Dies ist ein Gastbeitrag von einen an der Aktion beteiligten Menschen, welcher Anonym bleiben möchte.

 

2. Tag der Bundeswehr in Koblenz

Am 11.6.2016 war der 2. Tag der Bundeswehr, ein Tag an den in verschiedenen Städten für die Bundeswehr geworben wird. So dieses Jahr auch in Koblenz.

Es wurde versucht mit einen groß angelegten Programm, welches unter anderen aus einer Liveperfomance von „Ausbilder Schmidt“, Livemusik und Spielen für Kinder und Jugendliche bestand, die breite Masse anzuziehen. Welchen Eindruck diese „Spaßveranstaltung“ der Bundeswehr auf Menschen hat, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, kann man sich nicht vorstellen. Darauf und darauf, dass sie nicht ein normaler attraktiver Arbeitgeber sind, haben wir hingewiesen, in dem ein Teil der 14 Aktivist*Innen mit weißen „blutbefleckten“ T-Shirts auf ein Signal hin zu Boden ging und wie Tod liegen blieb, während die Restlichen, die Menschen vor Ort über die Realität der Arbeit einer/eines Soldat*In und was Krieg bedeutet informierten. Nach etwa 15 Minuten war die ganze Aktion beendet.

Man stelle sich eine Welt vor in der die 39 Milliarden USD in die Bildung, Sozialhilfe fließen, mit denen wir statt Fluchtursachen, wie bisher zu schaffen, diese mit diesen Geld bekämpfen?

Aber weil man Frieden nicht herbomben kann und Menschenleben, die von Soldat*Innen als auch die der Zivilist*Innen und Geflüchteter – auch die der Kinder – nicht über wirtschaftliche Interessen gestellt werden sollten, ist dieser Protest notwendig, wichtig und richtig! Und er muss und wird in der Zukunft fortgesetzt werden bis endlich Friede herrscht!

Einpaar Impressionen von der Aktion:

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Ein Beitrag von der linksjugend [’solid] Großraum Koblenz

Linksjugend [’solid] Rheinland-Pfalz ruft zu Protesten gegen „Tag der Bundeswehr“ auf

Die linksjugend [’solid] Rheinland-Pfalz ruft zur Beteiligung an den Protesten gegen den „Tag der Bundeswehr“ am 11.06.2016 ab 10.00 Uhr vor der Wehrtechnischen Dienststelle in Trier auf!
An diesem Tag werden verschiedene friedenspolitische Akteure, wie die AG Frieden Trier und die Friedensinitiative Westpfalz, sowie linke Organisationen mit einem Friedensfest die imperialistischedeutscheAußenpolitik beleuchten und dem Werben der Bundeswehr um Nachwuchs die Perspektive einer solidarischen Gesellschaft entgegensetzen. Hierzu erklären Landessprecher*innen der rheinland-pfälzischen Linksjugend:

 

„Während des militaristischen Normalbetriebs wird in der Wehrtechnischen Dienststelle in Trier an der Weiterentwicklung landgebundener Fahrzeugsysteme geforscht. Am 11.06., dem „Tag der Bundeswehr“, öffnet sie jedoch ihre Pforten für 10.000 erwartete Besucher*innen, um mit der Vorführung von Kriegsgerät und euphemistischen Zukunftsversprechen gerade junge Menschen für den Krieg zu begeistern. Wir nehmen nicht hin, dass Jugendliche, teils sogar Minderjährige, für die Interventionsarmee des deutschen Kapitals gewonnen werden sollen. Wir wollen den Besucher*innen zeigen, dass Krieg nicht nur in fernen Ländern stattfindet, sondern gerade auch von Rheinland-Pfalz, dem „Flugzeugträger der Nato“, ausgeht. Deshalb unterstützen wir das Bündnis „Krieg beginnt hier“ und sehen uns als Teil einer progressiven Friedensbewegung. Im Kapitalismus wird es niemals Frieden geben, lasst uns deswegen den gemeinsamen Protest am Samstag als Ausgangspunkt für weitere Aktionen in den Schulen, Unis und Betrieben nehmen und den
Kriegstreibern Sand ins Getriebe streuen!“

Demonstration gegen US-Luftwaffenstützpunkt

 

Am vergangenen Samstag fanden sich circa 30 Friedens- und Umweltaktivisten vor dem US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem ein, um unter dem Motto „Krieg beginnt hier“ für den Abzug der US-Truppen zu demonstrieren. In diversen Redebeiträgen wurde auf die enorme Umweltverschmutzung (hochgiftiger Treibstoff JP8, Lärmbelästigung, PFT verseuchtes Grundwasser und Erdreich) und Konversionsprogramme (siehe ehemaliger Militärflughafen Bitburg) eingegangen.
Die linksjugend [‘solid] Rheinland-Pfalz war als einziger politischer Jugendverband vor Ort. Trotz nachfrage, schien es so, als fühlten sich keine der anderen Jugendorganisationen der Parteien angesprochen, ein Grußwort zu halten.
Der Vertreter der linksjugend ging nicht nur auf die Umweltverschmutzung und Konversionsprogramme ein, wie schon seine Vorredner, sondern auch auf die Kosten, die die US Streitkräfte verursachen. Zwischen 2003 und 2012 wurde der Bundeshaushalt mit knapp einer Milliarde Euro belastet. Mit diesem Geld könnten Konversionsprogramme finanziert und strukturelle Förderungen in den Regionen ermöglicht werden, die dann auch zu weiteren Arbeitsplätzen führen. Des Weiteren kritisierte er die geplante Erhöhung des Verteidigungsetats auf 130 Milliarden Euro bis 2030. Auch kritisierte er die Landtagsabgeordneten der Region, die seit Jahrzehnten die Sorgen der Anwohner im Umkreis von Spangdahlem kleinreden, aber bei jedem Schaulauf auf dem Stützpunkt mit dabei seien. Die tägliche Lärmbelästigung und die Umweltverschmutzung belasteten die Gesundheit der Anwohner. Für die Betroffenen müsse es ein Schlag ins Gesicht sein, wenn Billen (CDU) und andere von sich geben, dass das bisschen Lärm doch nicht so schlimm sei.
Die Linksjugend kämpft für eine entmilitarisierte Gesellschaft, die Auflösung der NATO, die Enteignung der Waffenindustrie, die Schließung aller ausländischen Militärbasen in Deutschland, den Abzug aller Truppen, die außerhalb Deutschlands stationiert sind und ein komplettes Werbeverbot der Bundeswehr